Artikel

Der Füllfederhalter des Grauens.

 

Der Füllfederhalter des Grauens.

Im August 2008 fand ich einen Hinweis auf obigen Titel. Es war eine Vorankündigung vom „Dr. Ronald Henss Verlag“ und folgendes „Geschriebene“ in der Vorankündigung hatte mich neugierig gemacht.

Zitat

„Mit einem Füllfederhalter kann man ganze Bücher schreiben. Aber man kann auch eine einzige Unterschrift unter einen gedruckten Text setzen. Dann wird der Stift zum Werkzeug der Macht - per Füller kann ein Staat einem anderen den Krieg erklären, ein Richter unterzeichnet grausame Urteile mit einem Füllhalter, ein dem Tode geweihter Mensch unterschreibt beklommen seinen letzten Willen, Waffen- und Drogengelder in Milliardenhöhe werden durch eine einfache Signatur transferiert. Ein Füllfederhalter kann mit ein wenig Tinte unendliches Leid und sogar den Tod über Menschen bringen. Er kann mit einem einzigen Federstrich verurteilen, verdammen, vernichten. Das macht ihn zu einem geeigneten Mittelpunkt einer Gruselgeschichte und somit zum Thema des vorliegenden Buches“

Zitatende.


Also hatte ich nicht lange gefackelt und mir dieses Buch schon mal bei einem der Buchhändler meines Vertrauens vorbestellt.

Bei der weiteren Recherche nach diesem Buch habe ich herausgefunden, dass dieses durch ein Projekt schreibbegeisterter Leute, aus einem Kurzgeschichten-Forum(?), heraus entsprungen ist.

Hier ist der Anfang nachzulesen: http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=3961&threadid=299445


Nach Erscheinungstermin hatte ich das Buch vom Buchhändler meines Vertrauens erhalten und auch sofort gelesen. Allerdings – Geschmäcker sind ja verschieden. Gegruselt und nachts davon geträumt habe ich nicht.

Die im Buch enthaltenen 14 Geschichten sind nett geschrieben und es hat mich als Lektüre „für mal eben zwischendurch“, überzeugt.

Die Kurzgeschichten spielen in verschiedenen Zeit- und Handlungssituationen. Mal mit oder vor schmunzelnden, düsteren oder seelischen Hintergründen. Heißt also: von Humor (auch schwarzer) über Tragödie bis zum Horror (Grusel) ist alles vorhanden.

Hervorzuheben wäre noch, dass dieses Buch auch dadurch interessant ist/wird, dass hier viele unterschiedliche Schreibstile und Ideen über die Gemeinsamkeit(en) des Füllfederhalter des Grauens zu sehen und mit seinen 14 Geschichten zu lesen und erfahren ist.

Auf der Webseite vom „Ronald Henns Verlag http://www.ronald-henss-verlag.de/ werden unter obigen Titel auch einige Leseproben angeboten.

Der Füllfederhalter des Grauens

Von Jörg Sprave (Hrsg.)

Erschienen im Dr. Ronald Henss Verlag

ISBN 978-3-939937-05-0

Taschenbuch, ca. 148 Seiten


 

federhalterdesGrauens

 

Im Schreiben zu Haus

IM SCHREIBEN ZU HAUS.

WIE SCHRIFTSTELLER ZU WERKE GEHEN.

Von Herlinde Koelbl

Dieses „schwere“ Buch, mit über 1.600 Gramm ist oder könnte für uns Schreibgeräte und Schreibaccessoires begeisterte, sowie Literaturbegeisterte interessant sein und auch einige Herzen höher schlagen lassen.

Erfahren wir hier doch auch viel aus dem Leben der einzelnen Literaten.

Und sehen Schreibgeräte. 


imschreibenzuhaus.JPG


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 In diesem reichbebilderten Großband (ca. 24,5 x 29,5 cm) über Schriftsteller/Innen und ihre Schreibgewohnheiten lässt uns die Autorin in einfühlsamen Interviews mit den Literaten teilhaben, wie sie – die Literaten, so ihre täglichen Schreibarbeiten wie/wo/womit (Arbeitszimmer, Atelier, Zug, Café) erdenken, verfassen, zu Papier bringen. Dies unterlegt mit wunderschönen S/W-Fotos von Schreibproben, dem Arbeitsplatz oder das Atelier und vor allem, bei einigen mit Schreibgeräten. Sarah Kirsch zum Beispiel hält in ihren beiden Händen, über einem handgeschriebenen Manuskript, ihre sieben Füller umschlungen, mit denen sie schreibt.

Weiter erfahren wir, dass manche der Schriftsteller/Innen mit Bleistift, Füllfederhalter, Schreibmaschine, Laptop/Computer arbeiten. Manche Arbeitsplätze penibel geordnet bzw. aufgeräumt sind oder auch, wie bei der Schriftstellerin Friederike Mayröcker, alles wie Kraut und Rüben durcheinander liegt.

Ein Literat lässt keinen in sein Arbeitszimmer, da er sich danach nicht mehr in der Lage fühlt, dort ungestört zu schreiben. Ein anderer zieht die Trennung bei Besuchen, zwischen privater Wohnung und Arbeitswohnung vor. Usw. usw.

In ihren Interviews mit den 42 Autoren (bei einigen teilweise kurz vor deren Tod) erfahren wir auch viel aus dem Innern der/des Einzelnen, quasi aus dem seelischen Innenleben der Schriftsteller/Innen.

Wie oben schon erwähnt mit vielen, vielen Bildern der Literaten, Manuskripte, Arbeitszimmer, Schreibgeräte und und und…

Erschienen ist das Buch 1998 in der Knesebeck GmbH & Co. Verlags KG, München.

Ca. 260 Seiten

ISBN 3-89660-041-9

Teilweise heute schon auf verschiedenen „Krabbeltheken“ zu herunter gesetzten Preisen zu finden.

Günter

Historische Werbung - Ein himmlisches Märchen

Ein himmlisches Märchen...

...ist ein kleines Heftchen der Tintenkuli Handels G.m.b.H. Altona (Elbe) im Format von ca. 9 x 12 cm., mit  16 Seiten Inhalt (inkl. Umschlag) plus 4 Seiten Einleger mit Dankschreiben. Erschienen ca. Anfang/Mitte der 1930 Jahre. In diesem kleinen Büchlein bewirbt der Tintenkulihersteller sein Produkt mit einer kleinen, humorvollen Geschichte. 

Albert Lingenbring, Städtischer Kanzlei-Sekretär in Oberniederstadt, möchte in den Himmel aufgenommen werden. Verlegen steht er im Himmelsbüro vor dem Heiligen Sankt Petrus - der hinter seinen dicken Registern sitzt, in denen die Namen aller Erdenbürger verewigt sind - und bittet um Einlass.

Petrus schaut in seinen Registern nach und erklärt Albert Lingenbring, das er, nämlich Petrus, erst einen schriftlichen Antrag ausfüllen muss, da Albert in seinem Erdenleben mitunter öfters geflucht hat.

Als Petrus nun mit seinem Füllfederhalter zum Schreiben ansetzt passiert das, was nicht passieren darf, aber Petrus schon viel zu oft passiert ist: Die Feder gab keine Tinte und nachdem er lange daran herumgeschraubt und geschüttelt hatte - oh weh, der Füller kleckste das Formular voll, worauf Petrus fast ein "Verfl." über die Lippen kam.

 

Jetzt kam aber die große Zeit des Albert Lingenbring. Er erzählte Petrus, das er diese klecksenden Dinger schon lange gehasst habe und jetzt froh sei mit einem "Tintenkuli" schreiben zu dürfen und zeigte Petrus stolz seinen Tintenkuli.

Dem staunendem Petrus - der so etwas noch nie gesehen hatte - erklärte er nun alle Vorzüge des Tintenkuli's, dem Meisterstück deutscher Technik.  

Das die Schreibspitze aus purem Iridium und Platin besteht und übers Papier gleitet wie ein Engel.

Das man den Tintenkuli in die Tinte steckt und nur auf den Füllknopf zu drücken braucht und - schon ist er für Wochen gefüllt.

Das er nur 6,50 Mark kostet.

Das er auch in zwei Monatsraten zu bezahlen ist.

Das er eine ganze Woche kostenlos ausprobiert werden kann.

Das die Firma 3 Jahre unbeschränkte Garantie dafür übernimmt.

Das er einzig und allein bei der Firma "Tintenkuli" Ges. in Altona/Elbe zu beziehen ist, da die Firma den Tintenkuli direkt an den Bezieher (damit diese den Vorteil des billigen Einkaufs haben und so keine Gefahr laufen minderwertige Nachahmungen zu bekommen) verkauft.

 

Nach diesen Erläuterungen meinte Petrus beeindruckt das er jetzt beim "Chef hier oben" persönlich ein Wort für Herrn Lingenberg einlegen würde und bat Albert hier im Büro zu warten.

In seiner frohen Erregung überhörte Albert zuerst das Klingen des Telefons auf Petrus Schreibtisch. Mutig ging er zum Telefon und hob den Hörer ab und meldete sich mit den Worten "Hier Kanzlei-Sekretär Lingenbring, im Himmel" und hörte auf einmal seine liebe Ehefrau sagen, was er denn für einen Unsinn rede. Er solle nun gefälligst aufstehen, sonst käme er noch zu spät ins Büro.  

Natürlich hatte Herr Lingenbring dieses Erlebnis nur geträumt und wurde jetzt unsanft vom Wecker aus seinen Träumen gerissen.  

Später im Büro an seinem Arbeitsplatz streichelte er in seliger Erinnerung an seinem Tintenkuli so zärtlich herum, wie er es weiland bei seiner lieben Ehefrau Auguste getan hatte, als sie noch seine Braut war. 

Interessant, jedenfalls für mich, ist am Ende dieses Büchleins die befindliche Bestellkarte für den Tintenkuli.

Hier ist u. a. zu lesen, das handschriftlich die Anzahl der bestellten Tintenkulis eintragen werden darf und das Porto dann 3 Pfg. für den Postversand beträgt. Werden allerdings irgendwelche Zusätze handschriftlich eingetragen, so kostet das Porto für die Karte dann 6 Pfg.

 

So etwas gibt's heute nicht mehr. Da kommt dann sofort das Strafporto drauf!

Ausstellungskatalog. Pelikan – Ein Unternehmen schreibt Geschichte

Vom 20. Februar bis 13. Juli 2008 widmete das "Historische Museum Hannover" der weltweit bekannten Firma Pelikan, in ihrem 170. Jubeljahr eine Ausstellung mit einem reizvollen, interessanten Rückblick auf die Firmengeschichte und Produkte der Firma Pelikan.

Diese viel besuchte und gelobte Ausstellung fand regen Zuspruch – nicht nur in der Sammlerszene.

Aber ich will hier nicht über die Ausstellung schreiben (kann ich auch nicht, da ich nicht dort gewesen bin), sondern über den Ausstellungskatalog

"Pelikan – Ein Unternehmen schreibt Geschichte". 

Dieses Buch mit festem Einband und ca. 136 Seiten informiert eindrucksvoll über die Geschichte der Firma Pelikan, von den Anfängen bis in heutiger Zeit. Mit vielen Abbildungen von - wie es in einer Pressemitteilung stand, Postern, Plakaten und Produkten vom Patronenfüller bis zum Pelikanolkleber.

Natürlich ist uns darüber schon vieles aus diversen Büchern, Festschriften etc. bekannt. Aber erstaunlicherweise gibt es doch neues oder aus anderer Sichtweise geschriebenes zu entdecken bzw. zu lesen. Vor allem da zwei der drei Autoren in diesem Buch (Katalog) allesamt dem Historischen Museum als Mitarbeiter angehören. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn - wenn es um Schreibgeräte geht - hat unser allseits bekannte Freund Jürgen Dittmer diese Artikel verfasst. Pelikanbuch.jpg


























 

Dieses Buch (Katalog) ist in folgende Artikel untergliedert:

-Ideen sichtbar machen. Vorwort Museumsdirektor

-170 Jahre Pelikan in Hannover. Vorwort Pelikan Vizepräsident und Geschäftsführer

-1838-1905. Im Dienst der Kunst

-Ausgezeichnet. Die Marke Pelikan

-Pelikanol. Klebt gut, riecht gut, hält gut

-1906-1945. Der Pelikan erobert die Welt

-In guter Nachbarschaft. Weltunternehmen in Hannovers Stadtteil List

-Nach allen Regeln der Kunst. Der Neubau

-Die Anfänge der Pelikan-Schreibgeräte

-Der Künstler im Kind. Pelikan und die Kunsterziehung

-1946-1977. Lebenslänglich Pelikan

-Pelikan. Für jeden der schreibt

-Der Pelikano. Eine Erfolgsgeschichte

-Geha. Die Konkurrenz vor Ort

-1978-2008. Verluste und Veränderungen

-Pelikan-Produkte im Büro

-Die Renaissance des klassischen Füllhalters

-Literatur

-Ausblick. Der Pelikan startet zu neuen Höhen

-Reklame – Kunst. Für Pelikan

-Impressum

Mein Fazit.

Ein wirklich, in allen Belangen faszinierendes, interessantes Buch mit vielen, auch bisher unbekannten Abbildungen.

Ich habe es nicht bereut, mir dieses Buch zu kaufen und kann es nur empfehlen.

Pelikan – ein Unternehmen schreibt Geschichte ist erschienen in der Reihe

"Schriften des Historischen Museums Hannover".

ISBN 978-3-910073-31-9

Format ca. 21 x 25,5 cm

Seiten ca. 136

 

Schriftstücke - Autographen aus sieben Jahrhunderten

Dieses gewichtige Buch - immerhin wiegt es über 2kg. - ist informativ geschrieben und aufgemacht. Hier bekommt der Leser einen guten Überblick darüber, was berühmte Männlein und Weiblein der Weltgeschichte in sieben Jahrhunderten so (wie-wo-worauf) verfasst haben. Wie steht es doch auf der Umschlagrückseite u.a. geschrieben? Goethe bestellt eine menge Wein, Rubens liefert spanischem König einen Spionagebericht, George Sand sorgt sich um Chopin, Richard Wagner schreibt Bettelbriefe usw.



Die handschriftlichen Beispiele zeugen von einer teilweise grafischen Schrift bis zur schnell hingekritzelten Notiz auf Briefen, Manuskripten, Zeichnungen oder dem Autogramm auf einer entsprechenden Karte, sowie wissenswertes (Kurzbiografien) über die jeweilige Person. Und sieht auch auf den großformatigen Seiten gut aus. Mit entsprechenden Übersetzungen der vorgestellten Textseite(n) im Anhang (Leider nicht die engl. Texte) erleichtern das Lesen der Originalschriftstücke.

Ich denke mal, wer sich auch etwas fürs Geschriebene interessiert, für den wird dieses Buch optimal sein.

Für den (nicht nur) Montblancsammler ist dieses Buch noch weit mehr interessanter, sieht er hier doch handgeschriebenes der Persönlichkeiten, die vielen MB-Schreibgeräten ihren Namen gegeben haben.

Teilweise allerdings nur als Anschrift auf einem Brief (F. Kafka) oder ein signiertes Foto (V. Woolf, W. Faulkner), Unterschrift auf Scheck ( C. Dickens), aber ansonsten ist schon ein ausführlicher Brief, Zeichnung, Notiz oder ähnliches abgebildet.

Die hier im Buch zufindenden MB-Namensgeber der Schreibgeräte sind:

Peter der Große

Voltaire

Marquise de Pompadour

Katharina II. die Große

Frèdèric Chopin

Fjodor Dostojewskij

Friedrich II, der Große

Oscar Wilde

Marcel Proust

Ernest Hemingway

Greta Garbo

Hoffentlich habe ich jetzt keinen vergessen.

Hier noch einige Daten:
SCHRIFTSTÜCKE
Autographen aus sieben Jahrhunderten.
Aus der Sammlung von Pedro Corrêa do Lago
Gerstenberg Verlag, 2005
Ca. 290 Seiten
Format ca. 25 x 32 cm.
ISBN 3-8067-2939-5